Michael Spankus gibt Leitungsfunktion ab

24.09.2016 — Michael Spankus hat nach 20 Jahren Tätigkeit die Leitung des Darmstädter Lauftreffs abgegeben. Anlässlích des 37. Hutzellaufs hat Klaus Speer, langjähriger Lauftreffbetreuer und Freund Michaels, eine persönliche Laudatio gehalten, die wir gerne an dieser Stelle zum Nachlesen veröffentlichen:

Liebe Läuferinnen und Läufer,

außer der Tatsache, dass heute der 37. Hutzellauff stattgefunden hat, verdient ein viel weitreichenderes Ereignis unsere Aufmerksamkeit.

Michael Spankus, seit nunmehr 20 Jahren verantwortlicher Leiter des Darmstädter Lauftreffs, möchte heute seine Leitung an seinen Nachfolger Manfred Woysch übergeben. Der Lauftreff erlebt hiermit seinen zweiten Generationswechsel!.

In dem seit mehr als vier Jahrzehnte bestehenden Darmstädter Lauftreffs, ist aus dem beliebten und anerkannten Freizeitsport eine feste und zuverlässige Einrichtung für alle Laufinteressierten dieser Stadt  geworden. Damals, im August 1974, wurde die Laufbewegung noch unter dem Namen „Laufen ohne zu Schnaufen“  oder :„Trimm-Trab in´s Grüne“, durch die Gründer Heinrich Peters, Werner Wittersheim und Walter Schwebel, aus der Taufe gehoben. 1978 übernahm dann Karl-Jürgen Diem (von Freunden auch nur „Calle“ genannt) als Erster die Leitung dieser Bewegung. Michael Spankus war bereits seit 1982 als Gruppenbetreuer für den Lauftreff aktiv. Soviel zur Vorgeschichte.

Lieber Michael,

die Idee vom „Laufen für Jedermann“, war damals schon 22 Jahre alt, als am 15. April 1996 der erste Generationswechsel stattfand, und Du, Michael, die Leitung von „Calle“ übernommen hast. Eigentlich sollte schon 1995 der Wechsel stattfinden, denn Du hattest schon damals durch Dein langjähriges Engagement zu erkennen gegeben, dass Dich die Leitungsfunktion interessieren würde. Alles war für eine Übergabe vorbereitet. Doch dann kam Dein schwerer Unfall dazwischen, weshalb sich die Übergabe der Leitung noch einmal über 1 Jahr verschieben sollte.

Was viele hier in diesem Kreise nicht wissen: Dein schwere Fahrradsturz im Schwarzwald 1995 hatte dich buchstäblich um Haaresbreite querschnittgelähmt, und Dich fast für immer in den Rollstuhl verbannt. Doch Du hattest unglaubliches Glück! Schließlich konntest du damals nicht mehr laufen, nicht einmal mehr stehen. Aber Du hast Dich nicht aufgegeben, obwohl Du wieder bei Null anfangen, und das Gehen neu erlernen musstest. Aus diesem Neuanfang hast Du Dich rasch bis zur Laufgruppe 10 km/h und mehr gesteigert. Und das dann auch noch auf eine Marathondistanz! Aus damaliger und heutiger Sicht unglaublich! Ich erwähne dieses deshalb, weil es zeigt, was für eine ungeheure Willenskraft und Ausdauer es für dich bedeutet haben muss. Du hast nicht verzagt und das Dir in Aussicht gestellte Amt nicht einfach abgelehnt (wie es Andere vielleicht in diesem Fall getan hätten), sonder weiterhin am Sport und an der Dir übertragenen Aufgabe festgehalten. Aber diese Deine Leistung betrifft nicht den Lauftreff und seine Zukunft, sie spricht nur für Dein "Stehvermögen"! Vielleicht erklärt dies auch deine Einstellung zum Lauftreff und wie Du zur Betreuung von Laufanfängern stehst? Warst Du durch Deinen Unfall ja selbst wieder zu einem geworden!

Als Du im April 1996  das Erbe von Karl-Jürgen Diem übernommen hast, hatte der Darmstädter Lauftreff bereits schon einen hohen Rang in der deutschen Lauftreff-Szene erreicht. Unter Deiner Leitung, und mit den entsprechenden Teams, hat sich in den folgenden Jahren noch so manches verbessert. Ab sofort erweiterte der Lauftreff sein Angebot in den Laufgruppen, so wurden zum Beispiel die Walking-, und auch die Nordic-Walking-Gruppen eingeführt. Jährliche Notfallübungen unter Leitung hiesiger Notärzte wurden für Gruppenbetreuer Standard. Die einheitliche Lauftreffbetreuer-Kleidung, die bislang jährlich an alle Betreuer verteilt wurde, wird bis heute fast schon als selbstverständliches Geschenk hingenommen. Im Jahr 2000 wurde der Lauftreff als erstes Team, das kein Verein und auch keine Sparte in einem Sportverein ist, bei der Sportler-Ehrung der Stadt Darmstadt zur „Mannschaft des Jahres" gekürt! Und der Deutsche-Leichtathletik-Verband DLV bescheinigte dem Darmstädter Lauftreff 2003 mit dem Qualitätssiegel „Sehr Gut" seine hervorragende Arbeit im bundesweiten Vergleich.

Liebe Läuferinnen und Läufer, solche Auszeichnungen bekommt man nicht per se - und nicht ohne Einsatz und konsequente Vorarbeit!

Zusätzlich gelang es Michael aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen einige zuverlässige Sponsoren zu gewinnen, nachdem die AOK als Hauptsponsor ausgeschiedene war. Auch der Brauch, alle fünf Jahre eine Spendenaktion unter den Läufern des Lauftreffs durchzuführen, um mit dem Erlös benachteiligten Menschen ein gemeinnützliches Geschenk in wechselnden, sozialen Einrichtungen zu machen, war stets ein Highlight für den Darmstädter Lauftreff, der sich auch damit eine markante Position in der Darmstädter Öffentlichkeit erwarb.

Aber das Hauptaugenmerk für Michael war immer die regelmäßige Durchführung der Lauftreff-Termine bei jedem Wetter, im Sommer, als auch im Winter. Und die Überzeugungsarbeit unter den Lauftreffbetreuern. Zu seinem Verständnis für das Funktionieren des Lauftreffs gehörte immer und stets die zuverlässige Betreuung der unteren Gruppen.

Doch dazu braucht man lauferfahrene Betreuer, die auch einmal bereit sind, unter ihrem Können zu laufen und die waren,  und sind immer noch, schwer zu finden. Dieser Gedanke der Anfängerbetreuung wurde bei Michael zur Maxime. Auch wenn er damit manchen Mitstreiter verärgerte, wenn er den einen oder die andere bat, ja beschwor, doch auch mal eine oder zwei Stufen unter seinem Niveau zu laufen, um eine langsamere Gruppe zu führen. Denn das macht den Lauftreff aus: Nicht der Laufstarke muss betreut werden, sondern der Lauf-Anfänger! So war - und ist sein Credo!

Dass er diese Überzeugungsarbeit trotz aller Widerstände all die 20 Jahre unbeirrt durchgeführt hat, bedarf einer besonderen Anerkennung. Zwar unterstützte all die Jahre ein 5- oder 6-köpfiges Führungsteam den "Chef". Sie zusammen bildeten immer das Leitungsteam, das eine Reihe von Arbeiten zu erledigen hat (was man im Einzelnen gar nicht sieht) und sich stets um die Durchführung der regelmäßigen Läufe zu kümmern hatte. Den meisten ist auch nie aufgefallen, dass Michael in all den Jahren seinen Arbeitstag und -ablauf, seine Urlaube und seine Freizeit nach dem Lauftreffkalender ausgerichtet hat. Es schien immer selbstverständlich zu sein, dass er immer da war und seinen Kofferraum als „Wechselkleidungs-Depot“ zur Verfügung stellte.

Schon seit einiger Zeit hatte Michael nun seinen Hut in den Ring geworfen um einen Nachfolger zu ermutigen danach zu greifen. Manfred Woysch hat sich nun dazu bereit erklärt. Nun ist es an Manfred sich diesen Hut aufzusetzen und den Weg des Darmstädter Lauftreffs weiter zu leiten, zu betreuen und zu gestalten. Michael und sein Team haben eine hohe Hürde vorgelegt.

Für all seinen Einsatz möchte ich hier im Namen aller Läuferinnen und Läufer Michael Spankus ganz herzlich danken! Und für Manfred Woysch wollen wir für die vor ihm stehenden Aufgaben viel Glück, Ausdauer und eine starke Hand wünschen.

Gez. Klaus Speer